Archiv des Autors: Stadtbibliothek Herten / EB

Buchtipp: „Die vielen Leben des Harry August“ von Claire North

Harry August hängt in einer Zeitschleife fest: Immer, wenn er stirbt, beginnt sein Leben wieder von vorne mit seiner Geburt im Jahr 1919. Allerdings bleiben ihm all seine Lebenserfahrungen und sein Wissen erhalten, so dass er seine Leben unterschiedlich gestalten kann. Bald erfährt er, dass er nicht der Einzige so genannte Kalachakra ist. Als sein 11. Leben zu Ende geht, überbringt ihm ein kleines Mädchen die beängstigende Nachricht aus der Zukunft, dass der Weltuntergang im Laufe der Jahrhunderte immer näher gerückt ist und nun kurz bevorsteht. Das ihn auslösende Ereignis scheint im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts statt zu finden. Harry macht sich in seinen nächsten Leben auf die Suche nach den Ursachen und entdeckt Erschütterndes. Wird er den Weltuntergang verhindern können?

Die sehr komplexe Geschichte ist äußerst spannend erzählt, die Handlung springt immer wieder in frühere oder spätere Leben Harrys. Dadurch gewinnt der Roman immer mehr an Kontur, die anfängliche Verwirrung legt sich und die Puzzlesteine fallen an die richtige Stelle. Das Buch ist nicht zum schnellen Weglesen geeignet, bietet aber packende Unterhaltung für jeden, der sich auf die Vorstellung der Wiedergeburt einlassen kann.

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Kostenfreie „Happy Hour“-Filmausleihe in den Sommerferien

Wir machen Ihnen ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können!

Während der Sommerferien gibt es ein besonderes Angebot für alle Kunden, die einen Jahresausweis mit einer Pauschale nur für Bücher ihr eigen nennen: eine „Happy Hour“ für die kostenfreie Ausleihe von Filmen auf Bluray oder DVD.
An der Informationstheke im 2. OG oder an der Verbuchungstheke der Kinder- und Jugendbibliothek im 1. OG können dienstags bis freitags ab 17 Uhr sowie samstags ab 12 Uhr bis zu 10 Filme pro Leseausweis verbucht werden, ohne dass dafür die sonst üblichen Leihgebühren anfallen. Ob Kinderfilm oder Spielfilm, Sachfilm oder Musikfilm – Sie suchen aus, wir erlassen die Gebühren. Nach 3 Tagen Leihfrist können Sie die Medien wieder zurückgeben oder kostenpflichtig verlängern.

Die „Happy Hour“ gilt nur für erwachsene Leser, die einen gültigen Jahresausweis mit Buchpauschale besitzen (E-Tarif, 10 € Jahresgebühr, ermäßigt 2,50 €).

Und hier nochmal das Wichtigste in Kürze:

Wann?
In der Zeit vom 15. Juli – 29. August 2017
Dienstag bis Freitag ab 17 Uhr
Samstag ab 12 Uhr

Wo?
1. OG, Verbuchungstheke Kinder- und Jugendbibliothek
2. OG, Informationstheke Sachbuchabteilung

Leihfrist:
3 Öffnungstage für Spiel- und Kinderfilme
5 Öffnungstage für Sachfilme

Mengenbegrenzung:
10 Filme pro Ausweis

Bitte beachten Sie: Verlängerungen sind kostenpflichtig!

Buchtipp: „Hausbesuche“ von Stephanie Quitterer

rotkapiStellen Sie sich vor, es klingelt an Ihrer Wohnungstür und vor der Tür steht eine wildfremde junge Frau mit einem selbstgebackenen Kuchen in der einen und einem Rotkäppchenkorb voller Tee und Kaffee in der anderen Hand, die jetzt und sofort mit Ihnen in Ihrer Wohnung ein Kaffeekränzchen abhalten möchte. Einfach so, um Sie kennen zu lernen und ein wenig mit Ihnen zu plaudern. Würden Sie die Tür schnell wieder schließen? Oder würden Sie die fremde Person in Ihre Wohnung lassen? Sie denken jetzt: „Egal, das macht doch sowieso keiner“? Weit gefehlt, denn Stephanie Quitterer hat genau das gemacht, in Berlin, in ihrem Kiez, und sie hat darüber erst in einem Blog berichtet und dann ihre Erlebnisse in einem Buch veröffentlicht.

Und auch wenn ich nicht die geringste Ahnung habe, ob ich selbst im Falle eines solchen Besuchs eher panisch oder cool reagiert hätte – ich hatte viel Spaß an den Erlebnissen von „Rotkapi“ (wie sie sich während ihrer Aktion genannt hat). Mit viel Selbstironie  und in einem locker-flockigen Stil beschreibt Quitterer, wie sie überhaupt auf die Idee gekommen ist (eine Wette) und was sie so alles erlebt hat (jede Menge Skurriles). Und sozusagen als Topping liefert sie noch mit jedem Kapitel ein Rezept ihrer selbst gebackenen Kuchen, mit denen sie sich auf den Weg zu ihren unbekannten Nachbarn gemacht hat –  zum Nachbacken geeignet!

Also: Lesen, Backen, Nachmachen!

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Buchtipp: „Die Verschwundenen von Jakobsberg“ von Tove Alsterdal

jakobsbergCamilla alias Charlie stürzt im Stockholmer Vorort Jakobsberg von ihrem Balkon im 11. Stock in den Tod. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch Charlies Schwester Helene kann sich das nicht vorstellen. Sie fängt an, nachzuforschen und findet heraus, dass Charlie kurz vor ihrem Tod in Argentinien war. Diese Entdeckung führt Helene in ihre eigene Vergangenheit: 1977 verlässt die junge Ing-Marie ihre beiden kleinen Töchter Camilla und Helene und folgt dem Argentinier Ramón nach Buenos Aires, um dort gemeinsam mit ihm gegen die Militärjunta zu kämpfen. Nach wenigen Wochen verschwindet sie spurlos, wie so viele Regimegegner damals. Doch wo ist der Zusammenhang? Helene gerät selbst in Lebensgefahr, während das Drama seinen überraschenden Lauf nimmt.

Der Roman ist zugleich spannender Krimi und verstörender zeitgeschichtlicher Roman, der schonungslos über die furchtbaren Geschehnisse während der Militärdiktatur in Argentinien berichtet. Zugleich beschreibt Tove Alsterdal sehr plastisch, wie sich das kindliche Trauma des Verlassenwerdens bis in das erwachsene Leben der Schwestern auswirkt. Alles in allem ein vielschichtiger, sehr empfehlenswerter Roman!

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Buchtipp: „Rabenfrauen“ von Anja Jonuleit

rabenfrauenDas Thema dieses sehr packenden Romans ist das Schicksal einer jungen Frau, die in den Bann der christlichen Sekte „Colonia Dignidad“ gerät, für diese Gemeinschaft ihr Leben in Deutschland hinter sich lässt und alle Brücken hinter sich abreißt. Die Autorin hat umfangreiche Hintergrundrecherchen für ihr Buch durchgeführt, war selbst in Chile und hat mit ehemaligen Sektenmitgliedern gesprochen. Dieser reale Hintergrund macht die Geschichte umso beklemmender.

Zum Inhalt: Die Freundinnen Ruth und Christa lernen im Sommer 1959 Erich kennen, der zu einer Gruppe freikirchlicher Christen gehört. Beide verlieben sich in ihn, aber nur Christa gerät dadurch immer mehr in den Bann der Freikirchler, bis sie schließlich ihre Heimat verlässt und mit Erich und „Onkel Paul“ (dem Sektenführer Paul Schäfer) nach Chile auswandert – das Schicksal beider Freundinnen verändert sich für immer.

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive von Ruth, Christa und Ruths Tochter Anne erzählt. Dabei wird deutlich, wie perfide das totalitäre Sektensystem der „Colonia Dignidad“ funktioniert hat, das mit Hilfe von Ausbeutung, Bespitzelung, psychischem Druck und physischer Gewalt seine Mitglieder auf Linie gebracht und sie nach und nach ihrer persönlichen Würde beraubt hat.

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Buchtipp: „Am Ende aller Zeiten“ von Adrian J. Walker

walkerEin Asteroidenschauer geht auf die Nordhalbkugel der Erde nieder, seine Einschläge verwüsten auch Großbritannien: ganze Städte und Regionen werden (im Wortsinn) dem Erdboden gleich gemacht, die Landschaft ist mit Kratern übersät, verbrannt und nicht wieder zu erkennen, die Zivilisation bricht zusammen. In Edinburgh zählen Edgar Hill und seine Familie zu  einer Gruppe Überlebender, die sich in einer bewohnbaren Kaserne einrichtet.

Nachdem Edgar und einige andere die Rettungsaktion einer Hilfsorganisation knapp verpassen – sie befinden sich auf einem Versorgungseinsatz – machen sie sich auf eigene Faust auf den Weg nach Süden, wohin die Überlebenden gebracht wurden und auf ihre Evakuierung warten. Denn wenn Edgar seine Familie wiedersehen will, muss er sich trotz seines Übergewichts und seiner Frustration der Strapaze eines Fußmarsches quer durch das zerstörte Land aussetzen, immer auf der Hut vor anderen Überlebenden und immer am Rande seiner Kräfte

Adrian J. Walker hat einen beängstigend realistischen und überaus spannenden postapokalytischen Roman geschrieben, eine Mischung aus Science Fiction, Thriller, Abenteuerroman und Selbstfindungstrip, die mich beim Lesen gepackt hat und noch lange in meinem Kopf nachhallen wird.

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Buchtipp: „Toter Himmel“ von Gilly MacMillan

toterhimmelDie frisch geschiedene Rachel erlebt den Alptraum aller Eltern: während eines Spaziergangs im Wald verschwindet ihr 8jähriger Sohn Ben spurlos. Und als wäre das noch nicht genug, wendet sich nach einem unglücklich verlaufenen Presseauftritt auch noch die Öffentlichkeit gegen sie und überzieht sie im Internet mit Hasstiraden. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen zäh und machen auch vor sorgfältig gehüteten Familiengeheimnissen nicht Halt, so dass Rachel sich nach und nach von Polizei, Freunden und Familie im Stich gelassen fühlt und schließlich niemandem mehr traut.

Die Autorin schildert packend die Frustration der ermittelnden Polizeibeamten, die auch persönliche Probleme mit in den Fall bringen, und den immer offensichtlicher werdenden psychischen Ausnahmezustand Rachels, der schließlich zum Zusammenbruch führt. Das Buch ist intensiv, berührend und außerdem auch noch spannend, denn die Hintergründe für die Entführung werden erst sehr spät aufgedeckt.

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Buchtipp: „Ich komm auf Deutschland zu“ von Firas Alshater

Firas Alshater, erfolgreicher Youtuber, Comedian und endlich auch Schauspieler (sein Jugendtraum), sieht aus wie ein ganz normaler junger Berliner Hipster: Bart, Piercing, Tattoos, coole Shirts.  Aber er lebt erst seit 2013 als anerkannter politischer Flüchtling in Berlin, davor wurde der gebürtige Syrer wegen seiner politischen Aktionen sowohl vom Assad-Regime als auch von Islamisten verfolgt und auch gefoltert. Trotz dieser furchtbaren und traumatischen Erlebnisse hat er sich eine grundsätzlich positive und heitere Lebenseinstellung bewahren können, die sich auch in seinem Buch widerspiegelt. Charmant, witzig und (selbt-)ironisch erzählt er von seinem Leben in Syrien, den schönen und den furchtbaren Dingen, die er dort erlebt hat, der Ausreise und Ankunft in Deutschland und seinen Erfahrungen mit den Deutschen. Einiges findet sich auch in seinen sehr sehenswerten YouTube-Clips (ZUKAR-Stückchen), wo er sich auf amüsant-ironische Weise mit der Situation von Flüchtlingen in Deutschland auseinander setzt, mit Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen und mit Vorurteilen gegenüber Deutschen. Sein Plan: den Hass einfach weglachen!

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Buchtipp: „Die sieben Tode des Max Leif“ von Julian Käppler

Nachdem er selbst einen Herzinfarkt knapp überlebt hat und sein bester Freund Paul wenig später einer Thrombose erliegt, ist sich der 41jährige Musikproduzent Max Leif sicher, dass er nun doch der Nächste ist und sterben wird. Deshalb entwickelt er sich zum Hypochonder und vermutet aufgrund seiner Symptome bei sich nacheinander die Schlafkrankheit, einen Hirntumor und eine HIV-Infektion. Trotz der anderslautenden Diagnosen der Ärzte und der Beruhigungsversuche der ihm nahestehenden Menschen bereitet Max sich auf sein baldiges Ableben vor: er verkauft sein Unternehmen, verschenkt seine teuren Autos, schickt seine untreue Geliebte zum Teufel und trifft Vorkehrungen, um den größten Fehler seines Lebens wenigstens halbwegs wieder gut zu machen. Dieser geheimnisvolle Fehler stellt sich letztlich als Kernpunkt der Geschichte heraus, und die Stimmung des Romans ändert sich von amüsanter Leichtigkeit zu dramatischer Tiefe. Die Hauptfigur Max kommt dabei aber immer sehr sympathisch rüber, und man wünscht ihm doch sehr, dass sein weiteres Leben glücklich verlaufen möge – die Fortsetzung von Max Leifs Lebensgeschichte mit dem vielversprechenden Titel „Die Schwangerschaft des Max Leif“, die vor wenigen Wochen erschienen ist, konnte ich leider noch nicht lesen, aber ich habe mir das Buch direkt vorgemerkt. Denn alles in allem war das erste Buch ein sehr vergnüglicher Roman.

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Buchtipp: „Mörderische Brandung“ von Marsali Taylor

shetlandIch habe schon die Shetland-Krimis von Ann Cleeves gerne gelesen, deshalb habe ich gleich zugegriffen, als mir dieser „Krimi auf den Shetland-Inseln“ in die Hände fiel. Und ich bin nicht enttäuscht worden 🙂

Bei Dreharbeiten auf den Shetlands liegt eines Morgens die Hauptdarstellerin Favelle ermordet auf einem nachgebauten Wikingerschiff, das als Filmkulisse dient. Cass Lynch, Skipper auf eben diesem Wikingerschiff, hat Favelle gefunden und gerät gleich selbst unter Verdacht. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit Kommissar Macrae zusammen zu arbeiten, um ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu überführen. Und wie nebenbei führen die Vorkommnisse auch dazu, dass Cass die Schatten ihrer eigenen Vergangenheit in die Schranken weisen und ihr Leben wieder in die Hand nehmen kann.

Alles in allem ein stimmiger und spannender Krimi mit der faszinierenden Natur der Shetland-Inseln in der Hauptrolle – vielleicht ist diese raue Gegend ja doch mal einen Urlaub wert …

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