Archiv des Autors: Stadtbibliothek Herten / EB

Buchtipp: „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ von Susann Pásztor

Fred, alleinerziehender Vater eines 13jährigen Sohnes und eher verunsichert vom Leben, trifft bei seinem ersten Einsatz als ehrenamtlicher Sterbebegleiter ausgerechnet auf die störrische und unzugängliche Karla. Nichts läuft bei der todkranken 60jährigen mit Hippie-Vergangenheit so, wie Fred sich das vorher ausgemalt hat. Trotzdem bietet er beharrlich weiter seine Hilfe an und versucht, für Karla da zu sein. Er findet Verbündete unter Karlas Nachbarn und bei seinem Sohn Phil. Doch dann führt Freds übereifriges und voreiliges Verhalten zum Bruch mit Karla, der es immer schlechter geht. Fred zieht sich zurück. Am Ende wird zwar nicht alles gut, aber Fred kann doch noch für Karla das Fenster öffnen, und er hat einen neuen Zugang zum Leben gefunden.

Trotz des schweren Themas Sterbebegleitung und Tod ist der Roman wunderschön. Das liegt vor allem an der leichten und einfühlsamen Schreibweise von Susann Pásztor. Die Protagonisten sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, auch weil sie so ehrlich mit sich selbst sind und sich trotz ihrer kleinen Fehler und Schwächen dem Leben – und dem Sterben – so mutig wie selbstverständlich stellen.

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Buchtipp: „Der Maik-Tylor verträgt kein Bio!“ von Sophie Seeberg

Die Autorin ist Familienpsychologin und erzählt mit viel Humor und Herzblut absurde, traurige und auch schöne Geschichten aus ihrem Berufsalltag als Gutachterin bei Familiengerichten.

Da ist die Mutter, die offensichtlich auf das Sorgerecht für ihre kleine Tochter gut verzichten kann, weil sie ja auch einen süßen kleinen Hund hat; oder der Stiefvater, der im Garten eine Selbstschussanlage installiert hat, um den Exmann seiner Ehefrau fernzuhalten; oder die scheinbar locker-flockige FlowerPower-Mutti, die lieber alleine in einen indischen Ashram reist, als mit ihren beiden Kindern eine Therapie-Einrichtung zu besuchen, in der der Familie geholfen werden könnte. Aber eben auch die drogenabhängige Mutter, die zum Besten ihres kleinen Sohnes darauf verzichtet, ihn nach ihrer Entzugstherapie aus der Pflegefamilie zu reißen, damit er wieder bei ihr leben kann. Und der titelgebende Maik-Tylor, dessen Mutter durch eine mittlerweile verrentete Familienhelferin wieder auf Spur gebracht wird.

Weil Sophie Seeberg immer das Wohl der betroffenen Kinder und Jugendlichen im Blick hat und auch die traurigsten Fälle des Buches einen guten Ausgang finden, war das Buch für mich eine eher herzerwärmende und durchaus auch amüsante Lektüre.

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Buchtipp: „Totensommer“ von Trude Teige

Auf einer kleinen westnorwegischen Insel wird der deutsche Urlauber Gert Benedict ermordet, Kurz danach stirbt auch die alte Jenny, bei der Gert schon seit langen Jahren immer im Sommer unterkam, eines gewaltsamen Todes. Die Spuren führen die Journalistin Kajsa und den Polzisten Karsten tief in die 1940er-Jahre, als das Land unter deutscher Besatzung war. Damals waren unterschiedslos alle Deutschen Feinde, und wer sich zu tief mit ihnen einließ, wurde von seinen Landsleuten verachtet und verfolgt. Nur langsam werden die Zusammenhänge zwischen Geschichte und Gegenwart klar. Alls eine eventuelle Zeugin entführt wird, spitzt sich die Lage zu …

Der Autorin ist eine sehr gute Kombination von spannendem Krimi und historischem Rückblick mit überraschendem Ende gelungen, die besonders auch als Lektüre im Skandinavien-Urlaub geeignet ist.

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Buchtipp: „Sie kam aus Mariupol“ von Natascha Wodin

Die Autorin wurde 1945 in Franken als Tochter sowjetisch-ukrainischer Zwangsarbeiter geboren und hat 1956 als 10jährige den Selbstmord ihrer psychisch kranken Mutter erlebt. Erst Jahrzehnte später macht sich Natascha Wodin auf die Suche nach ihren tief in der Geschichte versunkenen Wurzeln und fördert mit viel Glück, Geduld  und Unterstützung durch einen ukrainischen Ahnenforscher Erstaunliches zu Tage: Ihre Mutter stammte aus einer wohlhabenden ukrainisch-italienischen Familie, die in den Jahren der russischen Revolution, der Zwangskollektivierungen unter Stalin und den darauf folgenden Hungerjahren Furchtbares erdulden musste. Als 23jährige wurde sie 1944 gemeinsam mit ihrem russischen Ehemann zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt und blieb auch nach dem Krieg dort –  wohl, weil Überlebende der Zwangsarbeit in Russland als Kollaborateure der Nazis und damit als Volksverräter galten. Glücklicher wurde das Leben im Nachkriegsdeutschland allerdings nicht, denn die Familie wurde aufgrund ihrer Nationalität immer noch von den meisten ihrer Mitbürger verachtet.

Natascha Wodin nähert sich ihrer Familiengeschichte langsam und vorsichtig, nimmt den Leser mit in die lebensbedrohliche Geschichte der Ukraine zwischen kommunistischer Revolution und Besetzung durch Nazideutschland und schält langsam das ergreifende Schicksal ihrer Familie heraus. Letztendlich kann sie so auch ihre Mutter mit neuen Augen betrachten.

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Buchtipp: „Hippiesommer“ von Inge Kutter

hippiesommerElena ist Ende 20  und als Unternehmensberaterin rund um die Uhr im Arbeitsstress. Für sie zählen nur Leistung und Erfolg. Als sie über Weihnachten ihre Eltern im ländlichen Bayern besucht, erleidet sie einen Zusammenbruch: Burnout. Nun sitzt sie in einem Klinikzimmer und blickt zurück in ihre Vergangenheit: in ihre wilde und unbeschwerte Kindheit mit den Hippie-Eltern, in ihre leichte und freie Jugend mit der ersten Liebe. Und langsam nähert sie sich dem Punkt, an dem sich ihr Leben plötzlich verändert hat und der letztendlich zu ihrem Zusammenbruch geführt hat.

Dies ist ein eher ruhiges Buch, das Gegenwart und Vergangenheit nur aus Elenas Sicht beschreibt. Zum Schluss hat man aber die begründetet Hoffnung, dass sich Elenas Leben zum Besseren verändern wird.

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Buchtipp: „Good as Gone“ von Amy Gentry

Als 13-jährige wird Julie nachts aus ihrem Elternhaus entführt, nur ihre jüngere Schwester Jane ist Zeugin des Vorfalls. Vater, Mutter und Schwester gehen auf unterschiedliche Art mit dem Schicksalsschlag um, und mit der Familie steht es nicht zum Besten, als Julie 8 Jahre später plötzlich unangekündigt vor der Türe steht. Doch bald verstrickt sie sich in Lügen, Zweifel kommen auf. In Julies Mutter keimt ein furchtbarer Verdacht: Ist diese junge Frau tatsächlich ihre verschwundene Tochter?

Erzählt wird aus Sicht der Mutter und verschiedener Frauen. Erst allmählich bekommt man eine Idee, warum das so ist und was tatsächlich passiert sein könnte – es bleibt also spannend bis zum Schluss!

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Achtung: Am Samstagnachmittag, 12.08.2017, keine Medienrückgabe!

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Am Samstag, dem 12.08.2017, finden ab 13 Uhr dringend nötige Wartungsarbeiten im städtischen Datennetz statt. Davon ist leider auch unsere Außenrückgabe betroffen.

Daher können am Samstag, 12.08.2017, ab 13 Uhr keine Medien zurückgegeben werden!

Die Außenrückgabe steht erst wieder ab Sonntagmorgen zur Verfügung.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

 

Buchtipp: „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann

borrmannDrei rätselhafte Erzählstränge verbindet die Autorin hier zu einer spannenden Geschichte um gut gehütete Familiengeheimnisse. Da ist zum einen die Gutsbesitzerfamilie Anquist in der Uckermark, die nach Kriegsende derartig von den einmarschierten Russen drangsaliert wird, dass sie beschließt, gemeinsam mit einer anderen Flüchtlingsfamilie nach Westen zu fliehen. Ungefähr zur gleichen Zeit kämpfen Agnes Dietz und ihre beiden halbwüchsigen Kindern Hanno und Wiebke im zerstörten Hamburg gegen Kälte und Hunger. Als Hanno auf der Suche nach Brauchbarem für den Schwarzhandel auf einen kleinen verängstigten Jungen stößt, der offensichtlich keine Angehörigen mehr hat, nimmt seine Mutter das Kind spontan in die Familie auf und zieht es wie ihre eigenen Kinder auf. In der Gegenwart schließlich sucht die Lehrerin Anna Meerbaum nach den Wurzeln ihrer Familie in Ostdeutschland und stößt dabei auf irritierende Unstimmigkeiten. Wie das alles zusammenhängt, wie die Vergangenheit das Leben in der Gegenwart immer noch beeinflusst, das alles schildert die Autorin sehr eindringlich. Seite für Seite verflechten sich die drei Handlungsstränge immer mehr, bis am Ende alle Rätsel gelöst sind und die Tragik des Geschehenen offensichtlich wird. Zwar werden in dem Roman auch mehrere Todesfälle geklärt, aber dennoch ist das Buch eher ein zeitgeschichtlicher Familienroman als ein klassischer Krimi.

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Buchtipp: „Die vielen Leben des Harry August“ von Claire North

Harry August hängt in einer Zeitschleife fest: Immer, wenn er stirbt, beginnt sein Leben wieder von vorne mit seiner Geburt im Jahr 1919. Allerdings bleiben ihm all seine Lebenserfahrungen und sein Wissen erhalten, so dass er seine Leben unterschiedlich gestalten kann. Bald erfährt er, dass er nicht der Einzige so genannte Kalachakra ist. Als sein 11. Leben zu Ende geht, überbringt ihm ein kleines Mädchen die beängstigende Nachricht aus der Zukunft, dass der Weltuntergang im Laufe der Jahrhunderte immer näher gerückt ist und nun kurz bevorsteht. Das ihn auslösende Ereignis scheint im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts statt zu finden. Harry macht sich in seinen nächsten Leben auf die Suche nach den Ursachen und entdeckt Erschütterndes. Wird er den Weltuntergang verhindern können?

Die sehr komplexe Geschichte ist äußerst spannend erzählt, die Handlung springt immer wieder in frühere oder spätere Leben Harrys. Dadurch gewinnt der Roman immer mehr an Kontur, die anfängliche Verwirrung legt sich und die Puzzlesteine fallen an die richtige Stelle. Das Buch ist nicht zum schnellen Weglesen geeignet, bietet aber packende Unterhaltung für jeden, der sich auf die Vorstellung der Wiedergeburt einlassen kann.

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Kostenfreie „Happy Hour“-Filmausleihe in den Sommerferien

Wir machen Ihnen ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können!

Während der Sommerferien gibt es ein besonderes Angebot für alle Kunden, die einen Jahresausweis mit einer Pauschale nur für Bücher ihr eigen nennen: eine „Happy Hour“ für die kostenfreie Ausleihe von Filmen auf Bluray oder DVD.
An der Informationstheke im 2. OG oder an der Verbuchungstheke der Kinder- und Jugendbibliothek im 1. OG können dienstags bis freitags ab 17 Uhr sowie samstags ab 12 Uhr bis zu 10 Filme pro Leseausweis verbucht werden, ohne dass dafür die sonst üblichen Leihgebühren anfallen. Ob Kinderfilm oder Spielfilm, Sachfilm oder Musikfilm – Sie suchen aus, wir erlassen die Gebühren. Nach 3 Tagen Leihfrist können Sie die Medien wieder zurückgeben oder kostenpflichtig verlängern.

Die „Happy Hour“ gilt nur für erwachsene Leser, die einen gültigen Jahresausweis mit Buchpauschale besitzen (E-Tarif, 10 € Jahresgebühr, ermäßigt 2,50 €).

Und hier nochmal das Wichtigste in Kürze:

Wann?
In der Zeit vom 15. Juli – 29. August 2017
Dienstag bis Freitag ab 17 Uhr
Samstag ab 12 Uhr

Wo?
1. OG, Verbuchungstheke Kinder- und Jugendbibliothek
2. OG, Informationstheke Sachbuchabteilung

Leihfrist:
3 Öffnungstage für Spiel- und Kinderfilme
5 Öffnungstage für Sachfilme

Mengenbegrenzung:
10 Filme pro Ausweis

Bitte beachten Sie: Verlängerungen sind kostenpflichtig!