Schlagwort-Archive: Humor

Buchtipp: „Hausbesuche“ von Stephanie Quitterer

rotkapiStellen Sie sich vor, es klingelt an Ihrer Wohnungstür und vor der Tür steht eine wildfremde junge Frau mit einem selbstgebackenen Kuchen in der einen und einem Rotkäppchenkorb voller Tee und Kaffee in der anderen Hand, die jetzt und sofort mit Ihnen in Ihrer Wohnung ein Kaffeekränzchen abhalten möchte. Einfach so, um Sie kennen zu lernen und ein wenig mit Ihnen zu plaudern. Würden Sie die Tür schnell wieder schließen? Oder würden Sie die fremde Person in Ihre Wohnung lassen? Sie denken jetzt: „Egal, das macht doch sowieso keiner“? Weit gefehlt, denn Stephanie Quitterer hat genau das gemacht, in Berlin, in ihrem Kiez, und sie hat darüber erst in einem Blog berichtet und dann ihre Erlebnisse in einem Buch veröffentlicht.

Und auch wenn ich nicht die geringste Ahnung habe, ob ich selbst im Falle eines solchen Besuchs eher panisch oder cool reagiert hätte – ich hatte viel Spaß an den Erlebnissen von „Rotkapi“ (wie sie sich während ihrer Aktion genannt hat). Mit viel Selbstironie  und in einem locker-flockigen Stil beschreibt Quitterer, wie sie überhaupt auf die Idee gekommen ist (eine Wette) und was sie so alles erlebt hat (jede Menge Skurriles). Und sozusagen als Topping liefert sie noch mit jedem Kapitel ein Rezept ihrer selbst gebackenen Kuchen, mit denen sie sich auf den Weg zu ihren unbekannten Nachbarn gemacht hat –  zum Nachbacken geeignet!

Also: Lesen, Backen, Nachmachen!

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Die sieben Tode des Max Leif“ von Julian Käppler

Nachdem er selbst einen Herzinfarkt knapp überlebt hat und sein bester Freund Paul wenig später einer Thrombose erliegt, ist sich der 41jährige Musikproduzent Max Leif sicher, dass er nun doch der Nächste ist und sterben wird. Deshalb entwickelt er sich zum Hypochonder und vermutet aufgrund seiner Symptome bei sich nacheinander die Schlafkrankheit, einen Hirntumor und eine HIV-Infektion. Trotz der anderslautenden Diagnosen der Ärzte und der Beruhigungsversuche der ihm nahestehenden Menschen bereitet Max sich auf sein baldiges Ableben vor: er verkauft sein Unternehmen, verschenkt seine teuren Autos, schickt seine untreue Geliebte zum Teufel und trifft Vorkehrungen, um den größten Fehler seines Lebens wenigstens halbwegs wieder gut zu machen. Dieser geheimnisvolle Fehler stellt sich letztlich als Kernpunkt der Geschichte heraus, und die Stimmung des Romans ändert sich von amüsanter Leichtigkeit zu dramatischer Tiefe. Die Hauptfigur Max kommt dabei aber immer sehr sympathisch rüber, und man wünscht ihm doch sehr, dass sein weiteres Leben glücklich verlaufen möge – die Fortsetzung von Max Leifs Lebensgeschichte mit dem vielversprechenden Titel „Die Schwangerschaft des Max Leif“, die vor wenigen Wochen erschienen ist, konnte ich leider noch nicht lesen, aber ich habe mir das Buch direkt vorgemerkt. Denn alles in allem war das erste Buch ein sehr vergnüglicher Roman.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier – und hier für die Fortsetzung.

Buchtipp: „Sitzen vier Polen im Auto“ von Alexandra Tobor

Ich habe mich immer wieder gefragt, wie es wohl sein mag, wenn man ohne jegliche Sprachkenntnisse in einem fremden Land mit unbekannter Kultur ankommt und welche Hürden man bei der Integration wohl meistern muss? Nach der Lektüre dieses unterhaltsamen, autobiografisch gefärbten Romans ist mir nun einiges klarer. Zwar geht es hier um die Migration einer polnischen Familie nach Deutschland kurz vor dem Mauerfall, aber die Erlebnisse dieser Familie können sich leicht auf die Gegenwart und die heutige Situation von Flüchtlingen in Deutschland übertragen lassen.

Die 8jährige Ola verlässt 1989 mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder die polnische Heimat, weil sie dort keine Perspektive haben. Im „Goldenen Westen“ angekommen, leben sie – genau wie die Flüchtlinge heute – zunächst in Massenunterkünfte und Schlichtwohnungen. Das deutsche Alltagsleben ist ganz fremd und ungewohnt, die Familie kämpft mit der deutschen Sprache, den Behörden und den Vorurteilen in der deutschen Bevölkerung. Und natürlich sind die Eltern, obwohl gut ausgebildet, erst einmal arbeitslos. Das könnte alles todtraurig und deprimierend geschrieben sein, ist es aber nicht. Ola erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, teils kindlich-naiv, teils ziemlich scharfsinnig und auf den Punkt gebracht, auf jeden Fall aber immer sehr leicht und amüsant. Und am Ende ist Ola glücklich und wirklich angekommen in ihrer neuen Heimat.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Am Ende ist noch längst nicht Schluss“ von Safia Monney

Als sie jung waren, haben die 3 Freunde Ralph, Gonzo und Roy beschlossen, niemals alt zu werden oder gar in ein Altenheim zu ziehen. Stattdessen wollten sie mit spätestens 60 Jahren gemeinsam freiwillig abtreten. Nun ist Ralph schon 70 Jahre alt, hat die Freunde längst aus den Augen verloren, lebt mehr schlecht als recht von seiner mickrigen Rente und trauert den wilden Zeiten als Roadie diverse Rockgrößen nach. Schließlich landet er zu Weihnachten dann auch noch im Altenheim – wenn auch nur, um als ehrenamtlicher Keksverteiler seine 30 Jahre jüngere Nachbarin Tabea zu beeindrucken. Das gelingt so gar nicht, stattdessen lernt er den alten Piet kennen, der im Rollstuhl sitzt, Geld zu haben scheint und nur noch weg will aus dem Heim. Ralph „befreit“ Piet, und gemeinsam machen sie sich in Ralphs klapprigem Golf auf, um Roy und Gonzo zu besuchen, damit der Jugendplan der drei Freunde doch noch in die Tat umgesetzt werden kann …

Auf eine sehr amüsante und herzerwärmende Art setzt sich die Geschichte mit dem Thema Altwerden und Tod auseinander, die witzige Schreibweise lässt das Thema auch nie schwer werden. Zu köstlich sind zum Beispiel die Beschreibungen von Ralph, wie er Tabea anbaggert, oder wie die Freunde versuchen, sich letzte Träume zu erfüllen – schließlich wollen sie mit Stil abtreten. Ob ihnen das auch gelingt, wird hier nicht verraten … Kurz und gut, das Buch ist rundum zu empfehlen.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Fette Fee“ von Claudia Brendler

feeSie haben Lust auf einen etwas anderen Frauen- und Familienroman, der amüsant ist und trotzdem nicht nur an der Oberfläche bleibt? Hier ist er: „Fette Fee“ handelt von der wenig erfolgreichen Komikerin Jill, die – pleite und auf der Suche nach einem Engagement  – bei ihrem Exfreund Armin kurzzeitig Unterschlupf sucht und dort auf dessen 15jährige Tochter Felicia trifft, einen mürrischen, übergewichtigen Teenager mit Mobbing-Problem und einem Hang zu Fantasy-Geschichten. Es ist nicht gerade Sympathie auf den ersten Blick, doch Jill freundet sich allmählich mit Felicia an und beginnt, deren Leben umzukrempeln. Allerdings handelt sie nicht uneigennützig, denn ihre Erfahrungen lässt Jill – nur wenig kaschiert – in ihr neues Bühnenprogramm einfließen. Und so kommt, was kommen muss: ein unschöner Eklat. Und danach doch noch ein schönes und fröhliches Ende, so dass man das Buch mit einem zufriedenen „Hach“ zuklappen kann.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Teenie-Leaks“ von Paul Bühre

teenieUnd schon wieder empfehle ich einen Bestseller: Der 15-jährige Berliner Gymnasiast Paul Bühre gewährt auf amüsante Art und Weise einen Einblick in die Welt der heutigen Jugendlichen – zumindest der männlichen. Der Untertitel des Buches lautet vielsagend: „Was wir wirklich denken (wenn wir nichts sagen)“. Dementsprechend kann man alles mögliche erfahren über  die Haltung von halbwüchsigen Jungs zu Freunden, Eltern, Erziehungsmethoden, Liebe, Sex, Pubertät, Klamotten, Kommunikation, Computerspielen und so weiter. Das Fazit ist: die Jugend von heute ist eigentlich ganz normal und auf keinen Fall so schlimm, wie manche Erwachsene glauben (oder befürchten) …

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Neon unnützes Wissen – Tiere“

neon_tiereWussten Sie schon, dass Australien Kamele nach Saudi-Arabeien exportiert? Dass Donald Ducks zweiter Vorname „Fauntleroy“ lautet? Dass Kraken 8 Arme, 1 Hauptgehirn, 8 Nebengehirne und 3 Herzen haben ? Oder dass die Katze das einzige Haustier ist, das in der Bibel nicht erwähnt wird? Sie meinen, es ist auch nicht nötig, das zu wissen? Stimmt, aber es ist ziemlich unterhaltsam, darüber zu lesen und sich vielleicht die eine oder andere skurrile Information zu merken, um im richtigen Moment beim Small Talk  damit zu glänzen 😉

Ich habe mich auf jeden Fall köstlich amüsiert über diese unnützen Wissensbröckchen aus dem Tierreich. Und das schönste ist: es gibt nicht nur weitere Bücher mit gesammeltem unnützen Wissen der Zeitschrift NEON (z.B. auch Fußball-Wissen), sondern es gibt auf der Website des Magazins auch eine Rubrik „Das unnütze Wissen des Tages“ – eine wahre Fundgrube!

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Da gewöhnze dich dran“ von Vanessa Giese

gieseDie 30jährige Nessy verlässt ihren Freund und das Sauerland und macht sich hinaus in die weite Welt, um zukünftig in Dortmund zu leben und zu arbeiten. Das Schicksal führt sie nach Dortmund-Hörde in ein mehrstöckiges Mietshaus, und schon ist sie mitten im Ruhrgebietsleben, mit Büdchen anne Ecke, neugierigen, aber netten Nachbarn, jeder Menge BVB-Fans und zu guter Letzt auch einer neuen Liebe. Die Autorin erzählt recht amüsant und mit viel Lokalkolorit über die Versuche Nessys, im Pott heimisch zu werden – und sie schöpft wohl auch aus eigener Erfahrung, denn auch sie kam aus dem Sauerland nach Dortmund und hat ihr Herz an das Ruhrgebiet verloren. Wer mehr von Vanessa Giese lesen möchte, dem sei Ihr Blog „Draußen nur Kännchen“ empfohlen, in dem sie als „Frau Nessy“ bloggt.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Funny girl“ von Anthony MacCarten

funnygirlAzime lebt als Tochter kurdisch-türkischer Einwanderer in London und träumt von einem anderen Leben, als es sich ihre traditionell denkenden Eltern für sie vorstellen. Sie widersetzt sich erfindungsreich den Bemühungen ihrer Mutter, einen passenden Ehemann für sie zu finden. Sie arbeitet ziemlich lustlos in der Möbelhandlung ihres Vaters. Und sie steht, verhüllt mit einer Burka,  erfolgreich als erste muslimische Standup-Comedian auf der Bühne, gesegnet mit einem guten Gespür für Witz und Komik. Natürlich macht sie sich damit nicht nur Freunde, sie wird sogar bedroht, aber Azime nimmt den Kampf auf … Der Autor schildert die Entwicklung Azimes mit viel Humor und Sympathie, so dass man die junge Frau gerne mal kennen lernen würde.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothek verfügbar ist, klicken Sie bitte hier.

Buchtipp: „Keine Sau hat mich lieb“ von Franziska Weidinger

BurgiEndlich mal wieder ein witziger und unterhaltsamer Frauenroman! Denn die Hauptperson dieses Buches, die 33jährige Burgi Schweinsteiger, berichtet äußerst amüsant über ihr Leben in dem bayerischen Kaff Untermarktlbrunn. Dort nämlich ist sie mit dem Betrieb der Familienmetzgerei, der Organisation eines Poetry-Slam-Wettbewerbs und dem Vertuschen eines Unfalls beschäftigt, den ihr Vater mit dem teuren Zuchtstier des Dorfes hatte. Für die Suche nach einem Traummann bleibt da nur wenig Zeit, vom geringen Angebot an in Frage kommenden Single-Männern ganz zu schweigen. Mit viel Situationskomik laviert sich die sympathische Burgi duch ihr Leben in der teils recht bigotten Dorfgemeinschaft und ist am Ende äußerst zufrieden mit dem, was sie hat. Ein wunderbarer Roman für den Sommer und für den Urlaub nicht nur in Bayern!

Wenn Sie wissen möchten, ob das Buch in der Bibliothekverfügbar ist, klicken Sie bitte hier.