Schlagwort-Archive: Krimi

Buchtipp: „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann

borrmannDrei rätselhafte Erzählstränge verbindet die Autorin hier zu einer spannenden Geschichte um gut gehütete Familiengeheimnisse. Da ist zum einen die Gutsbesitzerfamilie Anquist in der Uckermark, die nach Kriegsende derartig von den einmarschierten Russen drangsaliert wird, dass sie beschließt, gemeinsam mit einer anderen Flüchtlingsfamilie nach Westen zu fliehen. Ungefähr zur gleichen Zeit kämpfen Agnes Dietz und ihre beiden halbwüchsigen Kindern Hanno und Wiebke im zerstörten Hamburg gegen Kälte und Hunger. Als Hanno auf der Suche nach Brauchbarem für den Schwarzhandel auf einen kleinen verängstigten Jungen stößt, der offensichtlich keine Angehörigen mehr hat, nimmt seine Mutter das Kind spontan in die Familie auf und zieht es wie ihre eigenen Kinder auf. In der Gegenwart schließlich sucht die Lehrerin Anna Meerbaum nach den Wurzeln ihrer Familie in Ostdeutschland und stößt dabei auf irritierende Unstimmigkeiten. Wie das alles zusammenhängt, wie die Vergangenheit das Leben in der Gegenwart immer noch beeinflusst, das alles schildert die Autorin sehr eindringlich. Seite für Seite verflechten sich die drei Handlungsstränge immer mehr, bis am Ende alle Rätsel gelöst sind und die Tragik des Geschehenen offensichtlich wird. Zwar werden in dem Roman auch mehrere Todesfälle geklärt, aber dennoch ist das Buch eher ein zeitgeschichtlicher Familienroman als ein klassischer Krimi.

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Buchtipp: „Die Verschwundenen von Jakobsberg“ von Tove Alsterdal

jakobsbergCamilla alias Charlie stürzt im Stockholmer Vorort Jakobsberg von ihrem Balkon im 11. Stock in den Tod. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch Charlies Schwester Helene kann sich das nicht vorstellen. Sie fängt an, nachzuforschen und findet heraus, dass Charlie kurz vor ihrem Tod in Argentinien war. Diese Entdeckung führt Helene in ihre eigene Vergangenheit: 1977 verlässt die junge Ing-Marie ihre beiden kleinen Töchter Camilla und Helene und folgt dem Argentinier Ramón nach Buenos Aires, um dort gemeinsam mit ihm gegen die Militärjunta zu kämpfen. Nach wenigen Wochen verschwindet sie spurlos, wie so viele Regimegegner damals. Doch wo ist der Zusammenhang? Helene gerät selbst in Lebensgefahr, während das Drama seinen überraschenden Lauf nimmt.

Der Roman ist zugleich spannender Krimi und verstörender zeitgeschichtlicher Roman, der schonungslos über die furchtbaren Geschehnisse während der Militärdiktatur in Argentinien berichtet. Zugleich beschreibt Tove Alsterdal sehr plastisch, wie sich das kindliche Trauma des Verlassenwerdens bis in das erwachsene Leben der Schwestern auswirkt. Alles in allem ein vielschichtiger, sehr empfehlenswerter Roman!

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Buchtipp: „Toter Himmel“ von Gilly MacMillan

toterhimmelDie frisch geschiedene Rachel erlebt den Alptraum aller Eltern: während eines Spaziergangs im Wald verschwindet ihr 8jähriger Sohn Ben spurlos. Und als wäre das noch nicht genug, wendet sich nach einem unglücklich verlaufenen Presseauftritt auch noch die Öffentlichkeit gegen sie und überzieht sie im Internet mit Hasstiraden. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen zäh und machen auch vor sorgfältig gehüteten Familiengeheimnissen nicht Halt, so dass Rachel sich nach und nach von Polizei, Freunden und Familie im Stich gelassen fühlt und schließlich niemandem mehr traut.

Die Autorin schildert packend die Frustration der ermittelnden Polizeibeamten, die auch persönliche Probleme mit in den Fall bringen, und den immer offensichtlicher werdenden psychischen Ausnahmezustand Rachels, der schließlich zum Zusammenbruch führt. Das Buch ist intensiv, berührend und außerdem auch noch spannend, denn die Hintergründe für die Entführung werden erst sehr spät aufgedeckt.

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Buchtipp: „Mörderische Brandung“ von Marsali Taylor

shetlandIch habe schon die Shetland-Krimis von Ann Cleeves gerne gelesen, deshalb habe ich gleich zugegriffen, als mir dieser „Krimi auf den Shetland-Inseln“ in die Hände fiel. Und ich bin nicht enttäuscht worden 🙂

Bei Dreharbeiten auf den Shetlands liegt eines Morgens die Hauptdarstellerin Favelle ermordet auf einem nachgebauten Wikingerschiff, das als Filmkulisse dient. Cass Lynch, Skipper auf eben diesem Wikingerschiff, hat Favelle gefunden und gerät gleich selbst unter Verdacht. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit Kommissar Macrae zusammen zu arbeiten, um ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu überführen. Und wie nebenbei führen die Vorkommnisse auch dazu, dass Cass die Schatten ihrer eigenen Vergangenheit in die Schranken weisen und ihr Leben wieder in die Hand nehmen kann.

Alles in allem ein stimmiger und spannender Krimi mit der faszinierenden Natur der Shetland-Inseln in der Hauptrolle – vielleicht ist diese raue Gegend ja doch mal einen Urlaub wert …

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Buchtipp: „Totengebet“ von Elisabeth Herrmann

TotengebetDer Berliner Anwalt Joachim Vernau gerät in seinen mittlerweile 5. Fall, als er der jungen Israelin Rebecca dabei behilflich ist, den Kontakt zu Rudolph Scholl, einem angesehen Mitglied der jüdischen Gemeinde in Berlin, herzustellen. Zunächst noch Opfer rechter Schläger, wird er schnell zum Tatverdächtigen, als Scholl zu Tode kommt. Und Rebecca ist verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Vernau reist fluchtartig nach Tel Aviv, um sie zu suchen und seine Unschuld zu beweisen, und entdeckt dabei eine Spur, die in die Vergangenheit führt: er hatte vor 30 Jahre gemeinsam mit Rudolph Scholl und anderen Freiwilligen in einem Kibbuz gearbeitet und dort Rebeccas Mutter kennen gelernt – Rebeccas leiblicher Vater wiederum ist einer der damaligen Freiwilligen …

Elisabeth Herrmann hat die einzelnen Schauplätze und Zeitebenen perfekt miteinander verknüpft, so dass ein atmosphärisch dichter Krimi entstanden ist, der tief in die seelischen Abgründe seiner Protagonisten blickt.

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Buchtipp: „Gejagt“ von Thomas Enger

gejagtIm Februar 2014 hatte ich schon mal einen Buchtipp zu den Henning-Juul-Romanen von Thomas Enger gepostet und dabei die 3 Vorgängerbände besprochen („Sterblich“, „Vergiftet“ und „Verleumdet“). Nun ist der vierte Band der überaus spannenden Thriller-Reihe erschienen.

Nach wie vor ist der Enthüllungsreporter Henning Juul auf der Suche nach den Verantwortlichen für einen Wohnungsbrand, der ihm galt und bei dem sein 6jähriger Sohn starb. In diesem Band geht es außerdem um den Fall der vermissten Hedda Hellberg, einer früheren Freundin von Juuls Exfrau Nora. Nora, ebenfalls Journalistin, macht sich auf die Suche nach ihr und findet heraus, dass Hedda in einen Mordfall in Schweden verwickelt ist. Unterstützt von Henning und ihrem neuen Lebensgefährten Iver deckt sie das dunkle Geheimnis der Familie Hellberg auf. Aber auch Henning kommt der Wahrheit ein Stückchen näher.

Am Ende Buches lässt uns der Autor mit seinen letzten 3 Sätzen atemlos zurück, mit dem dringenden Wunsch, sofort und auf der Stelle mehr zu erfahren und auch den fünften und letzten Band zu verschlingen … aber dazu sind momentan leider noch norwegische Sprachkenntnisse nötig, denn der Titel ist noch nicht auf deutsch erschienen … 😦

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Buchtipp: „Rosenkind“ von Ingrid Hedström

rosenkindWelche Verbindung gibt es zwischen einem seit 32 Jahren vermissten Jungen, medizinischen Versuchen an schwedischen Heimkindern und amoklaufenden Probanden einer rumänischen Arzneimittelstudie? Ingrid Hedström verbindet die 3 unterschiedlichen Handlungsstränge zu einem spannenden Krimi.

Zum Inhalt: Astrid Sammil war Diplomatin in Bukarest und hat sich nach einer persönlichen Krise auf den ererbten Familienhof im schwedischen Dalarna zurückgezogen, um ihr Leben wieder neu zu ordnen. Dort findet sie zufällig die Mütze eines Jungen, der vor 32 Jahren spurlos aus der Nachbarschaft verschwunden ist. Um herauszufinden, ob ihr verstorbener Onkel Lars etwas mit dem Verschwinden zu tun hat, macht sie sich auf die Suche und stößt dabei auf ein Heim für geistig Behinderte, in dem sich in den 50er Jahren die Todesfälle häuften. Parallel dazu findet in Bukarest eine Medikamentenstudie für Nikotinabhängige statt, bei der die Probanden plötzlich Amok laufen. Eine der betreuenden Ärztinnnen fragt sich, ob dies etwas mit dem neuen Medikament zu tun hat. Die Zusammenhänge zwischen den Vorfällen in Schweden und Rumänien werden erst allmählich klar.

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Buchtipp: „Ein dunkler Fleck“ von Ann Cleeves

Kommissarin Vera Stanhope, stark übergewichtig und einsam, aber eine brillante Ermittlerin, kämpft sich durch ihren 5. Fall, in dem es um den Mord an einer alten Frau und an einer Prostituierten geht. Mir gefallen die Krimis von Ann Cleeves, und Vera Stanhope ist schon eine eher ungewöhnliche Ermittlerin, wie sie durch ihre Fälle walzt, ihre Mitarbeiter fest im Griff hat und Zeugen und Verdächtigen mit allen Mitteln Informationen entlockt. In diesem Fall sind die Ermittlungen besonders kompliziert, und Vera Stanhope muss einigen falschen Spuren nachgehen, bevor sie – nahezu zeitgleich mit ihrem Asstistenten Detective Joe Ashworth – die Wahrheit erkennt und die Morde aufklären kann. Die Auflösung ist tragisch und schockierend, was gut zu der winterlichen Stimmung passt, die in diesem Krimi vorherrscht.

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cleeves

Buchtipp: „Die Kommissarin und der Tote im Fjord“ von Kjell Ola Dahl

dahlWelcher Zusammenhang besteht zwischen dem Tod eines Staatsbeamten, der im eisigen Oslofjord ertrinkt, und dem einer älteren Drogenabhängigen, die vor die U-Bahn gestoßen wurde? Kommissarin Lena Stigersand und Kommissar Gunnarstranda finden Spuren, die in beiden Fällen auf einen Mord hinweisen und die bis in höchste Regierungskreise reichen. Doch welche Rolle spielt der Journalist Steffen Gjerstad, mit dem Lena eine Affäre beginnt? Es hilft nichts, Sie werden den spannenden Politkrimi wohl selbst lesen müssen 😉 Es ist übrigens der achte Band, im dem Gunnarstranda ermittelt.

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Mord vor der Haustür!

Bei dem reißerischen Titel dieses Artikels handelt es sich glücklicherweise nicht um einen tatsächlichen Mord, sondern „nur“ um den Titel der neuen Literaturausstellung in der Stadtbibliothek 🙂

Die Semesterpraktikantin der Stadtbibliothek, die angehende Bibliothekarin Juliane Linkemann, hat sich im Rahmen ihres Praktikumsprojekts mit Kriminalromanen beschäftigt, die im Ruhrgebiet spielen. Das Ergebnis ihrer Recherchen präsentiert sie nun unter dem Titel „Mord vor der Haustür – Kriminalromane im Ruhrgebiet“ in einer Literaturausstellung. Eine Übersichtskarte der Schauplätze und ein Literaturverzeichnis helfen bei der Auswahl der Romane.

Mord_neu

Die Bücher stehen bis zum 6. März im Ausstellungsbereich der Romanabteilung und sind ausleihbar. Das Verzeichnis liegt ebenfalls aus, kann aber auch von unserer Homepage heruntergeladen werden.