Schlagwort-Archive: Männer

Buchtipp: „Am Ende aller Zeiten“ von Adrian J. Walker

walkerEin Asteroidenschauer geht auf die Nordhalbkugel der Erde nieder, seine Einschläge verwüsten auch Großbritannien: ganze Städte und Regionen werden (im Wortsinn) dem Erdboden gleich gemacht, die Landschaft ist mit Kratern übersät, verbrannt und nicht wieder zu erkennen, die Zivilisation bricht zusammen. In Edinburgh zählen Edgar Hill und seine Familie zu  einer Gruppe Überlebender, die sich in einer bewohnbaren Kaserne einrichtet.

Nachdem Edgar und einige andere die Rettungsaktion einer Hilfsorganisation knapp verpassen – sie befinden sich auf einem Versorgungseinsatz – machen sie sich auf eigene Faust auf den Weg nach Süden, wohin die Überlebenden gebracht wurden und auf ihre Evakuierung warten. Denn wenn Edgar seine Familie wiedersehen will, muss er sich trotz seines Übergewichts und seiner Frustration der Strapaze eines Fußmarsches quer durch das zerstörte Land aussetzen, immer auf der Hut vor anderen Überlebenden und immer am Rande seiner Kräfte

Adrian J. Walker hat einen beängstigend realistischen und überaus spannenden postapokalytischen Roman geschrieben, eine Mischung aus Science Fiction, Thriller, Abenteuerroman und Selbstfindungstrip, die mich beim Lesen gepackt hat und noch lange in meinem Kopf nachhallen wird.

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Buchtipp: „Die sieben Tode des Max Leif“ von Julian Käppler

Nachdem er selbst einen Herzinfarkt knapp überlebt hat und sein bester Freund Paul wenig später einer Thrombose erliegt, ist sich der 41jährige Musikproduzent Max Leif sicher, dass er nun doch der Nächste ist und sterben wird. Deshalb entwickelt er sich zum Hypochonder und vermutet aufgrund seiner Symptome bei sich nacheinander die Schlafkrankheit, einen Hirntumor und eine HIV-Infektion. Trotz der anderslautenden Diagnosen der Ärzte und der Beruhigungsversuche der ihm nahestehenden Menschen bereitet Max sich auf sein baldiges Ableben vor: er verkauft sein Unternehmen, verschenkt seine teuren Autos, schickt seine untreue Geliebte zum Teufel und trifft Vorkehrungen, um den größten Fehler seines Lebens wenigstens halbwegs wieder gut zu machen. Dieser geheimnisvolle Fehler stellt sich letztlich als Kernpunkt der Geschichte heraus, und die Stimmung des Romans ändert sich von amüsanter Leichtigkeit zu dramatischer Tiefe. Die Hauptfigur Max kommt dabei aber immer sehr sympathisch rüber, und man wünscht ihm doch sehr, dass sein weiteres Leben glücklich verlaufen möge – die Fortsetzung von Max Leifs Lebensgeschichte mit dem vielversprechenden Titel „Die Schwangerschaft des Max Leif“, die vor wenigen Wochen erschienen ist, konnte ich leider noch nicht lesen, aber ich habe mir das Buch direkt vorgemerkt. Denn alles in allem war das erste Buch ein sehr vergnüglicher Roman.

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Buchtipp: „Am Ende ist noch längst nicht Schluss“ von Safia Monney

Als sie jung waren, haben die 3 Freunde Ralph, Gonzo und Roy beschlossen, niemals alt zu werden oder gar in ein Altenheim zu ziehen. Stattdessen wollten sie mit spätestens 60 Jahren gemeinsam freiwillig abtreten. Nun ist Ralph schon 70 Jahre alt, hat die Freunde längst aus den Augen verloren, lebt mehr schlecht als recht von seiner mickrigen Rente und trauert den wilden Zeiten als Roadie diverse Rockgrößen nach. Schließlich landet er zu Weihnachten dann auch noch im Altenheim – wenn auch nur, um als ehrenamtlicher Keksverteiler seine 30 Jahre jüngere Nachbarin Tabea zu beeindrucken. Das gelingt so gar nicht, stattdessen lernt er den alten Piet kennen, der im Rollstuhl sitzt, Geld zu haben scheint und nur noch weg will aus dem Heim. Ralph „befreit“ Piet, und gemeinsam machen sie sich in Ralphs klapprigem Golf auf, um Roy und Gonzo zu besuchen, damit der Jugendplan der drei Freunde doch noch in die Tat umgesetzt werden kann …

Auf eine sehr amüsante und herzerwärmende Art setzt sich die Geschichte mit dem Thema Altwerden und Tod auseinander, die witzige Schreibweise lässt das Thema auch nie schwer werden. Zu köstlich sind zum Beispiel die Beschreibungen von Ralph, wie er Tabea anbaggert, oder wie die Freunde versuchen, sich letzte Träume zu erfüllen – schließlich wollen sie mit Stil abtreten. Ob ihnen das auch gelingt, wird hier nicht verraten … Kurz und gut, das Buch ist rundum zu empfehlen.

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Buchtipp: „Warten auf Doggo“ von Mark B. Mills

doggo„Hässlich kann liebenswert sein“ – dieser Satz taucht erst kurz vor dem Ende des Buches auf, aber er beschreibt die Geschichte ganz gut: Der Werbetexter Daniel wurde von seiner Freundin Clara verlassen und bleibt – todunglücklich – mit dem überaus hässlichen Hund Doggo zurück. Der zunächst ungeliebte Straßenköter bringt Dans Alltag ziemlich durcheinander. Aber die beiden freunden sich allmählich an, und bald ist Doggo aus Dans Leben nicht mehr wegzudenken. Er begleitet ihn sogar zur Arbeit, wird schnell zum Liebling der hippen Werbeagentur und hilft Dan, sich wieder zu berappeln und sich neu aufzustellen. Mit Doggos Hilfe kommt er auch seiner neuen Kollegin Edie näher, die ihm besser gefällt, als er zugeben mag … Humorvoll beschreibt der Autor, wie Dan seinem Leben eine neue Richtung gibt und lernt, was wirklich zählt.

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Buchtipp: „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

OveEigentlich empfehle ich nicht so gerne Bücher, die es ohnehin schon auf die Bestsellerliste geschafft haben. Aber ab und zu mache ich auch eine Ausnahme, zum Beispiel für diesen Titel 😉 Denn ich habe das Buch ausgesprochen gern gelesen und habe mich dabei nicht nur amüsiert, sondern war auch angerührt von der Geschichte um den mürrischen Eigenbrötler Ove. Der 59jährige Frührentner nervt die ganze Reihenhaussiedlung mit seiner Pedanterie, bis im Haus nebenan eine junge schwedisch-iranische Familie einzieht und sein sorgsam organisiertes Leben gehörig auf den Kopf stellt. Das ergibt äußerst komische Szenen, vor allem, weil Ove so ein knurriger und grummeliger Besserwisser ist. Parallel dazu wird Oves Lebensgeschichte erzählt, und langsam aber sicher wächst einem der vom Schicksal gebeutelte Mann ans Herz – weil man erkennt, wie er zu dem Mann wurde, der er ist. Kurzum, dem Autor ist ein witziges und herzerwärmendes Buch gelungen!

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Buchtipp: „Rebellen“ von Wolfgang Schorlau

schorlauEnde der 60er Jahre werden die Jugendlichen Paul, der Junge aus dem Waisenhaus, und Alexander, der Unternehmerssohn, beste Freunde. Die gemeinsame Liebe zur Musik, vor allem zu den Rolling Stones, schweißt sie trotz aller Unterschiede, die zwischen ihnen existieren, zusammen. Später engagieren sich beide politisch und erleben die gesellschaftlichen Umbrüche der 60er und 70er Jahre hautnah, als Beteiligte mit. Dabei lernen sie die Psychologie-Studentin Toni kennen, in die sich beide rettungslos verlieben. Der Autor beschreibt diese Jugendfreundschaft rückblickend auf sehr fesselnde Art und Weise, man will dranbleiben an der Geschichte und ist immer gespannt, wie sich alles weiterentwickelt. Besonders auch der Weg in den Protest gegen die gesellschaftliche Erstarrung dieser Zeit ist packend geschildert.

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Buchtipp: „Abgeschrieben“ von Lynn Coady

coadyRank und Adam sind auf dem College beste Freunde. Rank, der in seiner Jugend als Schläger galt und in dessen Leben Vieles schief gelaufen ist, braucht einen Freund, und Adam kann gut zuhören. Nach einem schrecklichen Unfall, für den er sich verantwortlich fühlt, taucht Rank unter und verliert Adam aus den Augen. 20 Jahre später hat Adam einen Roman geschrieben – über Rank und dessen Jugendsünden. Rank ist nicht amüsiert über diesen Vertrauensbruch und schreibt in Mails an Adam seinen Frust von der Seele und seine eigene Version seiner Lebensgeschichte. So ergibt sich nach und nach das Bild eines intelligenten jungen Mannes, der durch ungünstige Umstände und gedrängt von seinem Vater in eine Rolle wächst, die eigentlich nicht die seine ist. Fazit: ein gut geschriebener, interessanter psychologischer Roman, der einen von Seite zu Seite mehr in seinen Bann zieht.

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Buchtipp: „Vier Arten, die Liebe zu vergessen“ von Thommie Bayer

BayerDie ehemaligen Schulfreunde Michael, Thomas, Bernd und Wagner, alle Mitte vierzig, kommen bei der Beerdigung ihrer geliebten Musiklehrerin Emmi nach vielen Jahren erstmals wieder zusammen. Um die Freundschaft wieder aufleben zu lassen, verbringen sie ein gemeinsames Wochenende  in Venedig. Doch dort tritt klar zu Tage, dass sich die charakterlich sehr unterschiedlichen Männer fremd geworden sind. Diese Tatsache und die Erkenntnis, dass alle vier zwar in beruflicher Hinsicht erfolgreich,  in Liebesdingen aber eher Versager waren, nagt an den ehemaligen Freunden. Doch eine Veränderung scheint möglich. Der bekannte Autor hat eine tiefgründige und sensible Geschichte um Liebe, Freundschaft und Enttäuschungen geschrieben, die ein versöhnliches Ende hat.

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Buchtipp: „Leben“ von David Wagner

wagnerlebenIn diesem beeindruckenden, autobiografisch geprägten Roman beschreibt der Autor, wie die schwere Autoimmunerkrankung, unter der ein junger Mann seit seiner Kindheit leidet, dessen Leben beeinflusst und ihm immer wieder längere Krankenhausaufenthalte aufzwingt. Am Ende stehen der Überlebenswille und der Aufbruch in ein „neues“ Leben nach einer gelungenen Leber-Transplantation. In einem inneren Monolog und mit einer lakonischen und präzisen Sprache erzählt der Protagonist vom Kosmos Krankenhaus, den Schicksalen der wechselnden Bettnachbarn und seinen eigenen psychischen Befindlichkeiten. Der Autor hat die beschriebene Krankheit und Transplantation selbst durchgestanden, was man dem Buch auch anmerkt. Zurück bleibt Nachdenklichkeit, denn mit dem  Thema Transplantation habe zumindest ich mich bisher nur sehr selten und schon gar nicht unter den beschriebenen Aspekten beschäftigt.

Übrigens hat David Wagner im März diesen Jahres für „Leben“  den Preis der Leipziger Buchmesse verliehen bekommen.

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Wenn Papa einfach nicht ins Bett will…

Bilderbuchtipp besonders für Väter!

Eltern mit Kindern kennen es: rückt die Schlafenszeit näher, suchen die pfiffigen Kleinen immer neue Mittel und Wege, um das Zu-Bett-Gehen hinauszuzögern. Dieses Ritual nimmt das Bilderbuch „Mein Papa, der ist groß und stark, aber …“ von Carolie Saudo und Kris Di Giacomo auf. Mit Witz, Ironie und einem Rollentausch wird das allabendliche Geschehen so zu einem Spaß für kleine und große Bilderbuchfans:
Der Sohn zieht alle Register, um den großen und starken Papa ins Bett zu bringen: freundlich zureden, wenn dies nicht klappt, auch einmal streng sein, Papa auf den Schoß nehmen, eine Geschichte vorlesen, dann noch eine… Ist Papa endlich im Bett, wird er zugedeckt und bekommt seinen Gutenachtkuss. Aber halt, das Licht muss an bleiben, denn Papa hat eine kleines bisschen Angst im Dunkeln.

Bereits Kinder ab 3 Jahren werden ihren Spaß an der Umkehr der Rollen beim allabendlichen Einschlafritual haben. Empfehlenswert für Papas, die ihre Kinder ins Bett bringen.

Mein Papa

Das Buch ist im Bestand der Kinder- und Jugendbibliothek in der Gruppe JIV (Bilderbücher)

Saudo, Coralie
Mein Papa, der ist groß und stark, aber… /
Hamburg : Carlsen, 2012. – [14] Bl. : überw. Ill. (farb.) ; 31 cm