Schlagwort-Archive: Psycholgisches

Buchtipp: „Hippiesommer“ von Inge Kutter

hippiesommerElena ist Ende 20  und als Unternehmensberaterin rund um die Uhr im Arbeitsstress. Für sie zählen nur Leistung und Erfolg. Als sie über Weihnachten ihre Eltern im ländlichen Bayern besucht, erleidet sie einen Zusammenbruch: Burnout. Nun sitzt sie in einem Klinikzimmer und blickt zurück in ihre Vergangenheit: in ihre wilde und unbeschwerte Kindheit mit den Hippie-Eltern, in ihre leichte und freie Jugend mit der ersten Liebe. Und langsam nähert sie sich dem Punkt, an dem sich ihr Leben plötzlich verändert hat und der letztendlich zu ihrem Zusammenbruch geführt hat.

Dies ist ein eher ruhiges Buch, das Gegenwart und Vergangenheit nur aus Elenas Sicht beschreibt. Zum Schluss hat man aber die begründetet Hoffnung, dass sich Elenas Leben zum Besseren verändern wird.

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Buchtipp: „Die sieben Tode des Max Leif“ von Julian Käppler

Nachdem er selbst einen Herzinfarkt knapp überlebt hat und sein bester Freund Paul wenig später einer Thrombose erliegt, ist sich der 41jährige Musikproduzent Max Leif sicher, dass er nun doch der Nächste ist und sterben wird. Deshalb entwickelt er sich zum Hypochonder und vermutet aufgrund seiner Symptome bei sich nacheinander die Schlafkrankheit, einen Hirntumor und eine HIV-Infektion. Trotz der anderslautenden Diagnosen der Ärzte und der Beruhigungsversuche der ihm nahestehenden Menschen bereitet Max sich auf sein baldiges Ableben vor: er verkauft sein Unternehmen, verschenkt seine teuren Autos, schickt seine untreue Geliebte zum Teufel und trifft Vorkehrungen, um den größten Fehler seines Lebens wenigstens halbwegs wieder gut zu machen. Dieser geheimnisvolle Fehler stellt sich letztlich als Kernpunkt der Geschichte heraus, und die Stimmung des Romans ändert sich von amüsanter Leichtigkeit zu dramatischer Tiefe. Die Hauptfigur Max kommt dabei aber immer sehr sympathisch rüber, und man wünscht ihm doch sehr, dass sein weiteres Leben glücklich verlaufen möge – die Fortsetzung von Max Leifs Lebensgeschichte mit dem vielversprechenden Titel „Die Schwangerschaft des Max Leif“, die vor wenigen Wochen erschienen ist, konnte ich leider noch nicht lesen, aber ich habe mir das Buch direkt vorgemerkt. Denn alles in allem war das erste Buch ein sehr vergnüglicher Roman.

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Buchtipp: „Im Entschwinden so nah“ von Barbara Keifenheim

keifenheimDie Psychologin und Ethnologin Barbara Keifenheim beschreibt ehrlich und ungeschönt, wie sie die zunehmende Alzheimererkrankung ihrer Mutter erlebt, von den ersten irritierenden Anzeichen der Krankheit bis hin zum Tod ihrer Mutter. In erschütternden Tagebuchaufzeichnungen beschreibt sie die letzten 15 Monate im Leben ihrer Mutter, als die Demenz immer raumgreifender wird und das Alltagsleben der Eltern im Pflegeheim völlig umkrempelt. Dazwischen eingestreut sind Erinnerungen an frühere Zeiten des Familienlebens und an das schwierige und distanzierte Verhältnis, das zwischen Mutter und Tochter zeitlebens geherrscht hat. In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit findet die Autorin mögliche Erklärungen für den eigensinnigen und komplizierten Charakter der Mutter, der mit zunehmendem Gedächtnisverlust immer stärker hervortritt. Obwohl sie immer wieder an ihre emotionalen Grenzen gerät, versucht Barbara Keifenheim, sich der Demenzerkrankung auch als Ethnologin zu nähern, kann sich oft auf die veränderte Wahrnehmung der Mutter einlassen und erlebt durchaus auch schöne Momente mit ihr. Der Bericht der fortschreitenden Erkrankung und der sich wandelnden Mutter-Tochter-Beziehung hat mich sehr berührt.

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Buchtipp: „Wald“ von Doris Knecht

waldEin intensiver Roman mit Nachwirkung, der mich erst ganz langsam und dann immer stärker in seinen Bann gezogen und mein Herz für seine Hauptfigur Marian geöffnet hat. Marian, die im Haus ihrer verstorbenen Tante in einem kleinen Ort im österreichischen Voralpenland Zuflucht gefunden hat, allein und auf sich selbst zurückgeworfen. Marian, die früher ein ganz anderes Leben geführt hat, nämlich das einer erfolgreichen und wohlhabenden Geschäftsfrau in Wien. Marian, die im Zuge der Weltwirtschaftskrise alles verloren hat und nun als Selbstversorgerin, fast ohne Geld, von der Hand in den Mund lebt – ihre Lage bessert sich erst, als Franz, ein örtlicher Großbauer, in ihr Leben tritt und sie mit dem Nötigsten versorgt. Marian ist eine überaus starke Frau, und am Ende des Buches scheint sicher, dass sie ihren Platz im Leben wieder finden wird – und vielleicht sogar zufriedener und glücklicher wird, als sie es vorher war.

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Buchtipp: „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

OveEigentlich empfehle ich nicht so gerne Bücher, die es ohnehin schon auf die Bestsellerliste geschafft haben. Aber ab und zu mache ich auch eine Ausnahme, zum Beispiel für diesen Titel 😉 Denn ich habe das Buch ausgesprochen gern gelesen und habe mich dabei nicht nur amüsiert, sondern war auch angerührt von der Geschichte um den mürrischen Eigenbrötler Ove. Der 59jährige Frührentner nervt die ganze Reihenhaussiedlung mit seiner Pedanterie, bis im Haus nebenan eine junge schwedisch-iranische Familie einzieht und sein sorgsam organisiertes Leben gehörig auf den Kopf stellt. Das ergibt äußerst komische Szenen, vor allem, weil Ove so ein knurriger und grummeliger Besserwisser ist. Parallel dazu wird Oves Lebensgeschichte erzählt, und langsam aber sicher wächst einem der vom Schicksal gebeutelte Mann ans Herz – weil man erkennt, wie er zu dem Mann wurde, der er ist. Kurzum, dem Autor ist ein witziges und herzerwärmendes Buch gelungen!

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Buchtipp: „Abgeschrieben“ von Lynn Coady

coadyRank und Adam sind auf dem College beste Freunde. Rank, der in seiner Jugend als Schläger galt und in dessen Leben Vieles schief gelaufen ist, braucht einen Freund, und Adam kann gut zuhören. Nach einem schrecklichen Unfall, für den er sich verantwortlich fühlt, taucht Rank unter und verliert Adam aus den Augen. 20 Jahre später hat Adam einen Roman geschrieben – über Rank und dessen Jugendsünden. Rank ist nicht amüsiert über diesen Vertrauensbruch und schreibt in Mails an Adam seinen Frust von der Seele und seine eigene Version seiner Lebensgeschichte. So ergibt sich nach und nach das Bild eines intelligenten jungen Mannes, der durch ungünstige Umstände und gedrängt von seinem Vater in eine Rolle wächst, die eigentlich nicht die seine ist. Fazit: ein gut geschriebener, interessanter psychologischer Roman, der einen von Seite zu Seite mehr in seinen Bann zieht.

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Buchtipp: „Parnassia“ von Josh Zwaan

parnassiaEltern würden in der Regel alles tun, um ihre Kinder vor dem sicheren Tod zu retten. Aus diesem Grund wird das kleine jüdische Mädchen Rivka 1942 bei einem Pfarrers-Ehepaar in den Niederlanden vor der Deportation versteckt. Aus Rivka wird Anneke, die sich schnell in ihre neue christliche Existenz einlebt. Als ihr Vater sie nach dem Krieg wieder abholen möchte, weigert sich Anneke, mit ihm und ihrem Bruder zu kommen. Sie verdrängt jeden Gedanken an ihre Herkunft und bleibt jahrzehntelang Anneke. Die Erfahrungen aus ihrer Kindheit überschatten trotzdem ihr erwachsenes Leben, emotionale Nähe zu Mann und Kindern ist für sie schwierig bis unmöglich. Erst nach dem Tod ihres ersten Mannes Joost, der genau wie sie jüdische Wurzeln und ein furtchtbares Schicksal hatte, beginnt sie – langsam und widerwillig -, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen. Besonders berührt hat mich die Schilderung des erschütternden Familienlebens der erwachsenen Anneke, die selbst nicht in der Lage ist, ihren eigenen Kindern Nestwärme und Liebe zu geben – genauso wenig wie ihr Mann Joost. Und dennoch gibt es Hoffnung, denn durch die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit ist Anneke in der Lage, endlich ein besseres Verhältnis zu ihrer ältesten Tochter aufzubauen.

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