Schlagwort-Archive: Science Fiction

Buchtipp: „Die vielen Leben des Harry August“ von Claire North

Harry August hängt in einer Zeitschleife fest: Immer, wenn er stirbt, beginnt sein Leben wieder von vorne mit seiner Geburt im Jahr 1919. Allerdings bleiben ihm all seine Lebenserfahrungen und sein Wissen erhalten, so dass er seine Leben unterschiedlich gestalten kann. Bald erfährt er, dass er nicht der Einzige so genannte Kalachakra ist. Als sein 11. Leben zu Ende geht, überbringt ihm ein kleines Mädchen die beängstigende Nachricht aus der Zukunft, dass der Weltuntergang im Laufe der Jahrhunderte immer näher gerückt ist und nun kurz bevorsteht. Das ihn auslösende Ereignis scheint im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts statt zu finden. Harry macht sich in seinen nächsten Leben auf die Suche nach den Ursachen und entdeckt Erschütterndes. Wird er den Weltuntergang verhindern können?

Die sehr komplexe Geschichte ist äußerst spannend erzählt, die Handlung springt immer wieder in frühere oder spätere Leben Harrys. Dadurch gewinnt der Roman immer mehr an Kontur, die anfängliche Verwirrung legt sich und die Puzzlesteine fallen an die richtige Stelle. Das Buch ist nicht zum schnellen Weglesen geeignet, bietet aber packende Unterhaltung für jeden, der sich auf die Vorstellung der Wiedergeburt einlassen kann.

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Buchtipp: „Am Ende aller Zeiten“ von Adrian J. Walker

walkerEin Asteroidenschauer geht auf die Nordhalbkugel der Erde nieder, seine Einschläge verwüsten auch Großbritannien: ganze Städte und Regionen werden (im Wortsinn) dem Erdboden gleich gemacht, die Landschaft ist mit Kratern übersät, verbrannt und nicht wieder zu erkennen, die Zivilisation bricht zusammen. In Edinburgh zählen Edgar Hill und seine Familie zu  einer Gruppe Überlebender, die sich in einer bewohnbaren Kaserne einrichtet.

Nachdem Edgar und einige andere die Rettungsaktion einer Hilfsorganisation knapp verpassen – sie befinden sich auf einem Versorgungseinsatz – machen sie sich auf eigene Faust auf den Weg nach Süden, wohin die Überlebenden gebracht wurden und auf ihre Evakuierung warten. Denn wenn Edgar seine Familie wiedersehen will, muss er sich trotz seines Übergewichts und seiner Frustration der Strapaze eines Fußmarsches quer durch das zerstörte Land aussetzen, immer auf der Hut vor anderen Überlebenden und immer am Rande seiner Kräfte

Adrian J. Walker hat einen beängstigend realistischen und überaus spannenden postapokalytischen Roman geschrieben, eine Mischung aus Science Fiction, Thriller, Abenteuerroman und Selbstfindungstrip, die mich beim Lesen gepackt hat und noch lange in meinem Kopf nachhallen wird.

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Buchtipp: „MUC – die verborgene Stadt“ von Anna Mocikat

Erst im Juli habe ich den Postapokalypse-Roman „MUC“ empfohlen, nun habe ich auch den Folgeband gelesen und möchte ihn ebenfalls hier vorstellen.

muc2Die Kletterkünstlerin Pia lebt mittlerweile schon seit einem Jahr bei den Hades-Rebellen in MUC (ehemals München) und erkundet immer noch begeistert die Stadt und ihre verlassenen Hochhäuser. Nachdem der Konflikt mit der Oberstadt, von dem der erste Band handelt, beigelegt ist, droht nun allerdings neues Unheil: Die Machthaber der im Nordosten gelegenen Metropole Utilitas (ehemals Frankfurt am Main) planen eine Invasion, um ihren Machtbereich auszudehnen und außerdem Pia zu entführen. Denn Pia mit ihren schwarzen Haaren ist unter all den ausschließlich rothaarigen Überlebenden der großen Virus-Epidemie etwas Besonderes. Um Utilitas abwehren zu können, verbünden sich die Bewohner der Ober- und der Unterstadt und schicken außerdem Elias aus der Oberstadt und Pia aus dem Hades auf die gefährliche Mission, die verborgene Stadt im Nordosten von MUC zu finden und deren Bewohner um Hilfe zu bitten.

Der Roman kann zwar auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden, macht aber mehr Spaß, wenn man die Protagonisten und die Vorgeschichte kennt. Der Autorin ist erneut ein spannender und abenteuerreicher Roman mit dem einen oder anderen Gruseleffekt gelungen.

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Buchtipp: „MUC“ von Anna Mocikat

mucSüddeutschland im Jahr 2120: Hundert Jahre nach dem großen Sterben, dem fast die gesamte Menschheit zum Opfer fiel und das nur rothaarige Menschen überlebten, verlässt die dunkelhaarige Außenseiterin Pia die Enge ihres abgelegenen Heimatdorfes in den Alpen. In der sagenumwobenen Stadt MUC (vormals München) möchte sie ihren verschollenen Bruder suchen. Anstelle des erhofften Paradieses findet sie jedoch eine albtraumhafte Stadt vor, in der die verarmten Bewohner von einem strenggläubigen Diktator beherrscht werden. Sie schließt sich einer Rebellentruppe an, die sich in den Katakomben unter der Stadt eine Heimat geschaffen hat und von Diebstählen und Raubzügen lebt. Auf einer Beutetour in die reiche Oberstadt macht Pia eine unglaubliche Entdeckung.

Die Autorin zeichnet ein beklemmendes Bild einer möglichen postapokalyptischen Zukunft. Ich habe mir beim Lesen durchaus die Frage gestellt, was wohl von unserer Zivilisation übrig bleiben mag, wenn unser heutiges Wissen und unsere technischen Errungenschaften auf Grund einer Katastrophe von heute auf Morgen verloren gehen?

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Buchtipp: „Die Frau mit dem Hund“ von Birgit Vanderbeke

vanderbekeIn einer seltsam vertrauten, vielleicht nicht mehr ganz so fernen Zukunft ist das Leben der Stadtbewohner von einer ominösen „Stiftung“ auf das bequemste durchorganisiert und alles Natürliche und Spontane aus dem Alltag verbannt: das Essen holt man fertig zubereitet aus dem Supermarkt und wärmt es zu Hause nur noch auf, die Freizeit verbringt man vor der Konsole oder mit organisierten Aktivitäten, Familien mit Kindern leben in eigenen, abgetrennten Bezirken, Haustiere existieren innerhalb der Stadtgrenzen nicht mehr. Aus den zerfallenen, anarchischen Außenbezirken der Stadt schmuggelt sich eines Tages die schwangere Pola mit ihrem Hund in den 7. Distrikt. Durch ihre von der „Stiftung“  unbemerkte Anwesenheit bringt sie das Leben der bisher angepassten Bewohner Jule Tenbrock und Timon Abramowski durcheinander und weckt in beiden die Sehnsucht nach dem echten Leben.

Eine intensiv geschriebene, durchaus möglich scheinende, aber beklemmende Vision der Zukunft, die bei mir die Hoffnung hinterlässt, dass es nicht so kommen möge. Denn die fehlende Lebendigkeit und die strenge Reglementierung durch die allgegenwärtige „Stiftung“ lösen doch starkes Unbehagen aus.

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Buchtipp „Und übrigens noch was …“ von Eoin Colfer

Lange Zeit bestand Douglas Adams legendärer Science-Fiction-Zyklus „Per Anhalter durch die Galaxis“  aus den bekannten 5 Bänden der 4bändigen Trilogie, die durch den plötzlichen Tod des Autors im Jahr 2001 zu einem jähen Ende kam. Doch nun gibt es einen 6. Band der Kultserie, geschrieben von dem irischen Schriftsteller Eoin Colfer, der vielen Lesern als Autor der Abenteuer von Artemis Fowl bekannt sein dürfte.

Schon nach wenigen Sätzen steckt man wieder mitten drin im bizarren Universum von Arthur Dent, Ford Prefect, Trillian  und Zaphod Beeblebrox. Erfreut entdeckt man die altbekannten aberwitzigen Prinzipien und erkennt Formulierungen und Zitate aus den anderen „Anhalter“-Bänden. Auf die Handlung soll hier nicht eingegangen werden, um dem Leser die Überraschungsmomente zu erhalten. Im Prinzip geht es hauptsächlich darum, dass die Protagonisten sich kreuz und quer durch Raum, Dimensionen und Zeit bewegen, um ihrem Schicksal, ihren Feinden oder sonstwas zu entkommen und um Spaß zu haben.

Eoin Colfer ist eine fantasievolle Fortsetzung gelungen, die zwar eigenständig ist, sich aber in vielen Dingen erstaunlich nah am Original bewegt.